Argumente für die Monarchie

Die monarchistischen Organisationen und Verbände in Deutschland streben eine parlamentarische Monarchie an, die die freiheitlich-demokratische Ordnung keinesfalls absetzen, sondern im Gegenteil erhalten soll. Die wesentliche Änderung soll sein, dass das Amt des Bundespräsidenten in Anknüpfung an das 1871 gegründete Deutsche Reich durch das des Deutschen Kaisers ersetzt wird, der jeweils durch die Erbfolge des Hauses Hohenzollern festgelegt wird – die politischen Entscheidungsbefugnisse sollen weiterhin in den Händen des deutschen Bundestages liegen. Außerdem sollen die Bürger der deutschen Länder darüber entscheiden ob auch ihr Land Republik bleiben oder wieder Monarchie werden soll (mit dem jeweiligen ehemaligen Haus an der Spitze) und Preußen soll als deutsches Bundesland neu gegründet werden. Diese und keine andere Form der Monarchie unterstützt auch diese Seite, dementsprechend ist mit „Monarchie“ im folgenden Text stets die freiheitlich-demokratische parlamentarische Erbmonarchie gemeint.

 

Repräsentation des Landes

 

Der Träger des ersten Amtes im Staat hat die hohe und ehrenvolle Aufgabe, sein Land in der Welt zu repräsentieren. Die Möglichkeit, einen Präsidenten wählen zu können, ist kein Vorteil: Der entscheidende Nachteil dabei ist nämlich, dass ihn dies zu einem unter Tausenden Beamten des Staatsapparates  macht, von welchen er sich letzlich nicht signifikant unterscheidet. In Deutschland beispielsweise ist ein Bundespräsident in der Regel vor seinem Amtsantritt dem Volk völlig unbekannt, was es kaum möglich macht, sich mit ihm als Landesvater zu identifizieren. Ein Monarch dagegen stellt ein wirklich übergeordnetes Staatsoberhaupt dar, er ist nicht einer unter vielen, sondern eine institutionelle Besonderheit und Einzigartigkeit, dem Volk von Geburt an vertraut – eine Person, die als Repräsentant ihres Landes diesem eine weitaus größere Ehre sein kann, als es ein gewähltes Staatsoberhaupt je sein könnte.

 

Distanz vom Parteienstreit

 

Politische Wahlen bringen immer Konkurrenzkämpfe mit sich, die mitunter sehr schmutzig ausgetragen werden, ja politischem Geltungsdrang und Intrigen der Parteien Tür und Tor öffnen. In Anbetracht der ehrenvollen Position des obersten Amtes im Staat ist es nicht akzeptabel, dass das dieses dem äußerst schädlichen Einfluss der Parteistreitigkeiten ausgesetzt ist. Ein Staatsoberhaupt sollte nicht in diese Kabbeleien verwickelt sein, sich nicht durch politische Spiele und Wettstreite das Amt ergattern, sondern in gesunder Distanz zum Wahlkampf eine der Parteienlandschaft übergeordnete und vermittelnde Rolle wahrnehmen. Genau das aber ist in der Republik per se unmöglich.

 

Überparteilichkeit

 

Oft vergessen wird die Tatsache, dass auch der deutsche Bundespräsident immer Angehöriger einer politischen Partei ist – diese Tatsache steht im absoluten Widerspruch zu der neutralen, „unparteiischen“ Rolle, die für den Amtsträger vorgesehen ist und ohne Frage soweit wie möglich angestrebt werden muss. Auch in dieser Hinsicht ist die Monarchie die bessere Lösung, da sie allein das Ideal eines der Parteienlandschaft übergeordneten und von ihr unabhängigen Staatsoberhauptes ermöglicht.

Eine Schlussfolgerung dessen ist auch, dass ein Monarch in politischen Fragen seine Sicht der Dinge wesentlich freier einbringen kann als ein Präsident: Ersterer ist in Gegensatz zu letzterem wirklich neutral, denn ein Präsident muss sich in der Regel vorsehen, dass von ihm getätigte Äußerungen nicht mit dem Programm und den Ideen seiner Partei kollidieren (auch wenn es angebracht ist), andernfalls verlöre er seinen innerparteilichen Rückhalt. Einem Monarchen sind keine Einschränkungen dieser Art aufgezwungen: Sein Rat und seine Meinung sind an keine politische Gruppe gebunden (sie dürfen es auch nicht sein).

 

Bestmögliche Vorbereitung auf das Amt

 

Ein werdender Monarch – ein Thronfolger oder Kronprinz – wird vom Jugendalter an auf seine spätere Aufgabe als Staatsoberhaupt vorbereitet: Er wächst über viele Jahre hinweg wie selbstverständlich hinein, während welchen ihm der aktuelle Amtsinhaber bereits wertvolle Berufserfahrungen mit auf den Weg geben kann (dies wird durch die familiäre Verbundenheit zwischen den Mitgliedern der kaiserlichen bzw. königlichen Familie ermöglicht). In dieser langen Zeit kann er sich unter persönlicher Anleitung intensiv in sein Amt als Monarch hineinarbeiten, große wie kleine Aufgaben des Arbeitsalltags zu bewältigen lernen und hat somit einen weiteren Vorteil gegenüber einem Präsidenten, dem diese Möglichkeit ersatzlos fehlt. Dieser mag ebenfalls eine reichlich qualifizierte Person sein, ist aber wie jeder durchschnittliche Bürger durch seinen bisherigen Berufsweg auf ein bestimmtes Fachgebiet begrenzt – keine gute Voraussetzung für solch eine vielseitige Position. Eine wirklich breit gefächerte und intensive Ausbildung, wie sie werdenden Monarchen zuteil wird, gibt es nur bei Hofe und wird daher künftigen Präsidenten niemals zugänglich sein.

Der angebliche Vorteil der Republik, dass das erste Amt jedem offen stehe, ist (abgesehen davon, dass dies wohl völlig illusorisch sein dürfte) gerade das Problem: Einem solchen Staatssystem liegt die in keiner Weise begründete Hypothese zugrunde, dass auch jeder Bürger für dieses Amt geeignet sei, was doch äußerst fraglich ist. Man verdeutliche sich diesen Sachverhalt anhand folgenden Beispiels: Ein Software-Konzern, bei dem sich jemand um eine Anstellung bewirbt, wird genau prüfen, ob der Bewerber für die angestrebte Aufgabe hinreichende informatische Kenntnisse vorzuweisen hat. In der Personalabteilung des Konzerns käme niemand auf die Idee, aus Gründen vermeintlicher Gerechtigkeit anderen Berufsfeldern gegenüber beispielsweise Handwerker, Mediziner, Hotelfachkräfte oder Journalisten einzustellen: Dieses Unternehmen braucht Informatiker, andere Arbeitskräfte sind hier ungeeignet. Dem dürfte jeder zustimmen. Aber weshalb ist man nicht so konsequent, diese Einsicht auf den Staat zu übertragen, in dessen Fall persönliche Eignung für eine Position doch erst recht von besonderer Wichtigkeit ist? Staatsoberhaupt sollte nur werden, wer im Besitz der dazu nötigen Qualifikation ist: In diesem wie in andern Punkten ist die Monarchie der Republik weit voraus, weil nur sie eine Ausbildung zum Staatsoberhaupt überhaupt ermöglicht.

Wird eine Monarchie wieder eingeführt, wie es z.B. in Deutschland geschehen müsste, wird es selbstverständlich eine Übergangszeit geben, da der dann eingesetzte Monarch während der Republik als Kind kein auszubildender Thronfolger war und eine entsprechende Erziehung und Bildung nicht durchlaufen konnte. Aber hier muss langfristig gedacht werden: Die Monarchie würde den künftigen Staatsoberhäuptern des Landes einen Reifeprozess sichern, den man in jeder Republik vergebens sucht (Lesen Sie hierzu bitte auch den Abschnitt Wie kann in einer Demokratie ein Amt vererbt werden? unter Häufige Fragen).

 

Nationales Identitätssymbol

 

Ein gekröntes Oberhaupt ist erfahrungsgemäß für die Menschen eines Landes ein um Längen wirkungsvolleres und erhabeneres Bild, ja Manifest der nationalen Identität, er vertritt sein Land nicht auf rein amtlicher Ebene. Die Erfahrung lehrt uns unleugbar: Die Monarchie ist Stütze und Kraftquelle einer gesunden Liebe zum eigenen Land und des Bewusstseins um die nationale Kultur in einem friedlichen und moralischen Rahmen. Liebe zum Vaterland ist keine Verstandes- sondern eine Gefühlsangelegenheit: Dem trägt die Monarchie Rechnung, weil sie besonders auf die Emotion wirkt (und zusätzlich eine Reihe rationaler Argumente für sich hat). Deutschland steht gegenwärtig mitten in zwei Herausforderungen in diesem Bereich: 1. Dem immer breiteren kulturellen Pluralismus in unserem Land und 2. dem zunehmenden Zusammenwuchs der EU-Mitgliedstaaten. Ganz besonders im 21. Jahrhundert, da Deutschland vor diesen Herausforderungen steht, genügt kein farbloser Beamter an der Spitze sondern es braucht einen Kaiser, der unserer Nation ein wahres Gesicht gibt, so wie es die Könige und Königinnen unserer Nachbarländer seit Jahrhunderten tun.

 

Wahrung der Kontinuität

 

Präsidenten kommen und gehen. Auch Monarchen lösen einander zwar ab, aber mit dem entscheidenden Unterschied, dass die Dynastie, die kaiserliche bzw. königliche Familie weiter besteht: Sie legt im Gegensatz zu gewählten Staatsoberhäuptern nicht nach ein paar Jahren das Amt nieder, sondern sie begleitet ihr Land dauerhaft. So steht die Monarchie für Kontinuität und Stabilität des Staates. Interessanterweise belegt uns die Geschichte diesen positiven Einfluss: Wo eine Monarchie gestürzt wurde, waren in der Regel Bürgerkriege und sogar Diktaturen extremer Ideologien die Folge – Deutschland ist ein trauriges Beispiel für diese typische Entwicklung (siehe dazu mehr auf der Seite Häufige Fragen).

 

Kosteneinsparung

 

Zu den finanziellen Vorteilen der Monarchie gegenüber der Republik lesen Sie bitte den entsprechenden Abschnitt unter Häufige Fragen.

 

Wirtschaftliche Vorteile

 

Ein nicht unwichtiger, ganz praktischer Vorteil der Monarchie ist das Prädikat „Hoflieferant“ als seit jeher ein hochrangiges Symbol für Prestige und Qualität. Mit der Wiedereinführung der Monarchie gäbe es auch wieder für die Belieferung des Hofes ausgewählte Unternehmen. Dieses Qualitätssiegel verspricht einen erhöhten Absatz, der letztlich wiederum der Staatskasse zugute kommt.

Zudem steigert eine Monarchie ohne Frage das Interesse beispielsweise an der Residenzstadt: Ein preußischer Palast dürfte für Einheimische wie ausländische Gäste wesentlich attraktiver sein, wenn er von der kaiserlichen Familie des Deutschen Reiches bewohnt würde und auch die kaiserliche Wachen dürften eine Sehenswürdigkeit darstellen. Der Buckingham Palast in London ist ein Touristenmagnet, aber wieviele Reisende kommen wohl nach Berlin, um sich Schloss Bellevue anzusehen?


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